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ver.di-Prozess

Tarifrunde Banken 2004

Stand: 03.11.2010

Erste Verhandlungsrunde am 17. Mai 2004 in Frankfurt

Die diesjährige Bankentarifrunde wird am 17. Mai 2004 in Frakfurt eröffnet. Zuvor hatte die Gewerkschaft verdi ihre Forderungen an die Arbeitgeber übermittelt.

Eine angemessene Gehaltserhöhung und Beschäftigungssicherung im Volumen von 4%, darin besteht das Forderungspaket. Man kann gespannt sein, wie sich die Arbeitgeber dieses Jahr verhalten, nachdem viele große Institute das Jahr 2003 genutzt haben ihre Bilanzen zu bereinigen und extrem schlechte Ergebnisse erzielt haben.

In der gesamten Branche ist Personalabbau an der Tagesordnung, regionale Zusammenschlüsse und Umstrukturierungen prägen das Bild der Branche. Sie hätte es dringend nötig ihr Image mal wieder aufzupolieren, nicht nur bei den eigenen Beschäftigten.

Unsere Forderungen sind berechtigt! Auch in schwierigen Zeiten können und dürfen die Unternehmen nicht alles machen was sie wollen. Die Erinnerung an die Sozialverpflichtung des Kapitals im Grundgesetz ist leider absolut notwendig.

Zweite Verhandlungsrunde am 16. Juni 2004 ergebnislos

Dritte Runde am 7. Juli 2004 in Frankfurt führt zum Abschluss

In der dritten Verhandlungsrunde kristallisierten sich zwei Streitthemen heraus. Zum einen sind die Arbeitgeber weiterhin sehr zurückhaltend mit Gehaltsangeboten. Das letzte Angebot liegt noch unter der Inflationsrate. Dies führte auch zu Protesten vor dem Verhandlungslokal, gesammelte Unterschriften wurden den Arbeitgebern am laufenden Meter serviert. Daneben stand die Forderung nach einer Härtefallklausel. Diese soll es ermöglichen, dass die Betriebsparteien in Notlagen vom Tarifvertrag abweichen können. Die Anforderung der Gewerkschaft ver.di an eine solche Härtefallklausel soll sicherstellen, dass die Tarifpartner bei der Bewertung einer solchen Notlage eingeschaltet werden und auch das letzte Wort bei einer Vereinbarung haben.

Auf der Grundlage dieser Ausgangsbasis entspannen sich 20-stündige Verhandlungen, die letztendlich zu folgendem Ergebnis führten:

Die Gehälter werden zum 1. September 2004 um 2% erhöht. Eine weitere Erhöhung um 1,6% erfolgt am 1. September 2005. Die Laufzeit des Gehaltstarifvertrags beträgt 24 Monate, er läuft bis 31. Mai 2006.

Eine Einigung gab es auch bei der Härtefallklausel, wichtig ist, dass auch die Tarifparteien hier eine entscheidende Rolle spielen.

Eine Reihe schon existierender Vereinbarungen wurden verlängert:

Der Vorruhestand um 2 Jahre bis zum 31.12.06

Die Altersteilzeit um 3 Jahre bis 31.12.09

Die Regelung zur Samstagsarbeit um 2 Jahre bis 31.12.06

Die Regelung zu Langzeitkonten um 3 Jahre bis 31.12.09

Die Regelung zur 31-Stunden-Woche bis 31.12.06

Daneben wurde die Möglichkeit zur Variabilisierung von Gehaltsbestandteilen aus den Tariferhöhungen angepasst und hat nun beinahe den Zielkorridor von 8% erreicht.

In der Gesamtbewertung ist der Tarifabschluss 2004 unter dem Eindruck der Situation im Bankgewerbe und der allgemeinen “Reform”-Diskussion deshalb vertretbar, weil er einige Elemente der Beschäftigungssicherung enthält und schwerwiegende Verschlechterungen vermeiden konnte. Er ist sicher kein Meilenstein auf dem Weg zu massivem neuem Mitgliedergewinn. Dazu müssen wir uns sicher noch andere Aktionen einfallen lassen.

 

und hier noch die Tarifrunde 2006 , die inzwischen auch schon beendet ist, wiederum mit einem lange laufenden Abschluss. Hier das Ergebnis in Kurzform, es gilt nicht für die Kolleginnen und Kollegen in den Genossenschaftsbanken.

Bankgewerbe (ohne Genossenschaftsbanken), 267 000 AN (ver.di).

  • Entgelt: 100 ¥ Pauschale insg. für Juni bis August, 3,0 % ab 01.09.06, 1,5 % Stufenerhöhung ab 01.12.07, Laufzeit bis 30.06.08.
  • Arbeitszeit, Sonstiges: Verlängerung des Vorruhestands-TV mit Rechtsanspruch und der befristeten Samstagsarbeit bis 31.12.08; Erhöhung der Guthabenstunden auf dem Langzeitkonto und der Variabilisierung der Leistungsvergütung (von 7,5 auf 8 %);
  • Erhöhung des Ausbildungsplatzangebotes um 4 % in 2006/07.
  • Sonderzahlung: Erhöhung der Bandbreite (von 91 bis 118 auf 90 bis 120 %, abhängig vom Unternehmenserfolg).

 

     

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